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Keine Fundtiere aus dem Vogelsberg mehr für das Alsfelder Tierheim

Gesellschaft

ALSFELD (akr). Das Tierheim Alsfeld hat im vergangenen Jahr alle seine Fundtierverträge gekündigt und den Städten und Gemeinden ein neues Angebot vorgelegt. Das hat in einigen Kommunen für Verärgerung gesorgt. Warum das so ist, welche Gründe das Alsfelder Tierheim hat und was jetzt eigentlich mit den Fundtieren aus dem Vogelsberg passiert, lesen Sie hier.

„Wir wollen kostendeckend arbeiten können und die Tiere adäquat versorgen“, erklärt Ann-Catrin Schmidt, Vorsitzende des Alsfelder Tierheims. Die vergangenen Jahre sei das Tierheim allerdings auf den Kosten für die Fundtiere sitzen geblieben, um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen. Das sollte sich ändern, weshalb das Tierheim in Zusammenarbeit mit einem Fachberater neue Vertragskonditionen entwickelt hat.

Auf die Kommunen sollten demnach höhere Kosten zukommen, denn unter den veralteten Verträgen sei ein kostendeckendes Arbeiten für den Verein nicht mehr möglich gewesen. „Wir haben uns ganz genau angeschaut, wie viel unserer Ausgaben auf Fundtiere entfallen und haben viel Zeit investiert“, erzählt Gaby Fenderl, Schriftführerin beim Tierschutzverein. Auslandstiere, non-public Abgaben oder eingezogene Tiere seien in der Rechnung nicht mit einbezogen, sondern nur die Kosten für Fundtiere.

Dabei habe sich gezeigt, dass 2021 für Fundtiere Gesamtkosten von 78,486.90 Euro entstanden sind, durch die Verträge eingenommen worden seien aber lediglich 13,773.14 Euro. Das Defizit perception sich additionally auf 64.713,76 Euro.

Waren es bislang etwa 50 Cent, die das Tierheim professional Einwohner verlangt hat, sollte diese sogenannte Professional-Kopf-Pauschale laut den neuen Conditionen in diesem Jahr zunächst auf 80 Cent, im nächsten auf einen Euro und dann schließlich auf 1,50 Euro steigen. „Fundtiere sind in der Regel in keinem gesundheitlich guten Zustand, nicht gechippt, geimpft und auch nicht kastriert. Sie müssen tierärztlich versorgt werden. Das alles sind Kosten, die aufgebracht werden müssen“, erklärt Tierärztin Natascha Hirschmann.

Gaby Fenderl, Ann-Catrin Schmidt and Natascha Hirschmann mit Fundkatzen aus Romrod.

Doch das Tierheim liege mit den neuen Konditionen immer noch unter dem, was es eigentlich professional Kopf nehmen müsse, um kein Minus zu machen. Mithilfe eines Programms und dem Fachberater sei nämlich der Betrag von 2,42 Euro herausgekommen. „Das Ergebnis hat uns schon überrascht“, sagt die Tierheim-Vorsitzende.

Diese Summe habe das Tierheim den Kommunen aber nicht zumuten wollen, weshalb sie sich schließlich für diese Staffelung entschieden hätten. „Wir wollten weiterhin mit den Kommunen zusammenarbeiten“, betont Schmidt. Bislang hat sich aber lediglich eine Gemeinde dazu entschieden, die neuen Vertragskonditionen anzunehmen – und zwar Neukirchen. Das habe aber keine negativen finanziellen Auswirkungen auf das Tierheim – eher im Genteil.

2022 hatte das Tierheim noch Fundtierverträge mit Gemünden, Romrod, Schwalmtal, Jesberg, Neuental, Grebenau, Schrecksbach, Feldatal, Kirtorf und Antrifttal. Die meisten haben auch schon neue Vertragspartner gefunden, dazu aber später mehr.

Obersicht der Fundkatzen2022:

Gemunden: 22
Romerod: 14
Schwalmtal: 28
Different: 2
Neukirchen: 7
Grebenau: 12
Alsfeld: 11
Schrecksbach: 1
Feldate: 4
Kirtorf: 1
Anthriftal: 26
Gesamt: 128 + 9 Fundhunde = 137 Fundtiere

In der Übersicht sind auch Tiere aus Kommunen aufgelistet, mit denen zu diesem Zeitpunkt kein Fundtiervertrag bestand, darunter Ottrau, Schrecksbach und Alsfeld. Diese Tiere wurden laut Tierheim aus Kulanz aufgenommen, weil es keine andere Möglichkeit gegeben hätte und man dem Finder und Tier helfen wollte. Auch 2021 gab es Tiere, die ohne Vertrag aufgenommen wurden. Ob diese Tiere in die Gesamtkosten von 78.486,90 Euro failed, ist nicht bekannt. Eine entsprechende Nachfrage beim Tierheim blieb bislang unbeantwortet.

Kommunen sind verärgert

Bei einigen Kommunen hat diese Vertragskündigung plus Neuerung für Verärgerung gesorgt, so zum Beispiel in Romrod. Hier gab Bürgermeister Hauke ​​Schmehl in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung bekannt, dass Romrod einen Fundtiervertrag mit dem Tierschutzverein Dangerous Wildungen abgeschlossen hat. Zum einen aufgrund der „deutlichen Kostensteigerung“ und zum anderen, weil keine Zahlen über Fundtiere in der Schlossstadt vorgelegt worden seien.

Laut Schmehl ist die „Artwork und Weise der Kommunikation seitens des Tierheims (keine Dokumentation über aufgenommene Tiere, keine Offenlegung der Kosten, keine Bestrebungen Gesprächsbereitschaft für Verhandlungen zu einer für beide Seiten tragbaren Vertragsvereinbarung zu zeigen) keine Foundation für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ So sieht es auch Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg, der das Verhalten als „intransparent“ bezeichnet und von „keiner guten Foundation für eine Geschäftsbeziehung“ spricht.

Was die Offenlegung der Zahlen betrifft, hätte sich Schmehl gewünscht, dass sobald ein Fundtier aus Romrod im Tierheim aufgenommen wurde, die Stadt darüber auch informiert worden wäre. Speziell angefragt hat er aber nicht. „Für mich ist es selbstverständlich, dass man dann in Kenntnis gesetzt wird, um eine Lösung zu finden“, betont der Romröder Rathauschef.

Diese Meinung teilt auch Feldatals Burgermeister Leopold Bach. Als „alles andere als vorbildlich“, bezeichnet er die Artwork und Weise der Kommunikation seitens des Tierheims. Er kritisiert unter anderem, dass beispielsweise nicht mal ein Anruf oder so gekommen sei, sondern man mit der Kündigung einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

Auf ein von ihm unterbreitetes Gegenangebot von 50 Cent professional Einwohner auf fünf Jahre Laufzeit sei zunächst keine Reaktion gekommen, ehe das Angebot dann schließlich abgelehnt worden sei. Bach hat daraufhin als Vorsitzender der Kreisvereinigung für die betroffenen Kommunen des Altkreis Alsfeld Angebote bei mehreren Tierschutzvereinen eingeholt, wodurch auch das Angebot mit Dangerous Wildungen zustande kam.

Tierheim: „Jeder kann Einsicht nehmen“

Schmidt erklärt daraufhin, dass das Tierheim gesprächsbereit, aber nicht verhandlungsbereit sei. Man habe in intensiver Arbeit den neuen Vertrag erarbeitet, der schließlich immer noch unter der Pauschale von 2,42 Euro liege. Darüber hinaus will das Tierheim, dass alle Vertragspartner identische Vertragsmodalitäten haben, denn das sei in der Vergangenheit schließlich kritisiert worden.

Weiterhin weisen die Tierschützer auch darauf hin, dass jeder Einsicht nehmen könne, was die Dokumentation der Fundtiere betrifft. „Wenn man uns fragt, legen wir sie auch gerne offen“, sagt Schmidt. Zu Schmehls Aussage, dass die Stadt nicht in Kenntnis gesetzt worden sei, wenn ein Tier aufgenommen wurde, sagt Schmidt verwundert: „Jahrelang battle das nie erwünscht.“ Es sei aber auch kein Downside, der Stadt das mitzuteilen, sie müsse einfach nur Bescheid sagen .

Übersicht Fundtierverträge Vogelsberger Kommunen

Doch welche Kommune im Vogelsberg hat jetzt eigentlich mit welchen Tierheim einen Fundtiervertrag? Die Übersicht gibt es hier.

Alsfeld: Seit 2013 hat die Stadt Alsfeld einen Fundtiervertrag mit dem Tierzentrum in Gelnhausen, nachdem das Tierheim im gleichen Jahr der Stadt den Vertrag gekündigt hatte.

antrifftal: Antrifftal gehört zu den Gemeinden, denen das Tierheim Alsfeld im vergangenen Jahr gekündigt und ein neues Angebot unterbreitet hat. Das hat die Gemeinde allerdings nicht angenommen. Antrifttal wird voraussichtlich ebenfalls einen Fundtiervertrag mit Dangerous Wildungen abschließen.

feldatal: Feldate arbeitet seit dem 1. Januar 2023 mit Dangerous Wildungen zusammen.

Freiensteinau: Freiensteinau hat seit 2008 einen Vertrag mit dem Tierheim in Lauterbach.

gemunden: Gemünden hatte bis zum 31. December 2022 einen Fundtiervertrag mit dem Tierheim in Alsfeld. Zum jetzigen Zeitpunkt verfügt die Gemeinde über keinen Fundtiervertrag mit einer anderen Einrichtung/ Organisation.

Grebenau: Die Stadt Grebenau ist ebenfalls einen Fundtiervertrag mit dem Tierheim in Dangerous Wildungen eingegangen.

Homberg (Ohm): Die Ohmstadt hat einen Fundtiervertrag mit dem Tierheim in Gießen, nachdem sie zuvor über zehn Jahre mit dem Tierschützern in Alsfeld zusammengearbeitet wurde.

Kirtorf: Die Stadt Kirtorf hatte zuletzt mit dem Tierschutzverein in Alsfeld im Zeitraum von 2017 bis 2022 einen Fundtiervertrag. Ob eine neue Vertragsbindung überhaupt erforderlich ist und eingegangen wird, ist noch im Magistrat zu beraten, ein akuter Handlungsbedarf bestehe aus Sicht der Stadt nicht. Im Bedarfsfall könne auch über eine Einzelabrechnung zu entstandenen Kosten durch ein abgegebenes Fundtier abgerechnet werden.

lautertal: Seit 2008 hat die Gemeinde Lautertal einen Fundtiervertrag mit dem Tierheim in Lauterbach. Eine Erhöhung ist für 2023 im Gespräch, der entsprechende Beschluss derzeit noch nicht gefasst.

lauterbach: Fundtiere aus Lauterbach landen auch im Tierheim in der Kreisstadt. Der Vertrag besteht seit 2018 und wurde 2022 mit neuen Conditionen abgeschlossen.

mucke: Ebenso wie Alsfeld arbeitet auch Mücke seit 2013 mit dem Tierzentrum in Gelnhausen zusammen.

Romrod: Seit diesem Jahr arbeitet Romrod nun mit dem Tierschutzverein in Dangerous Wildungen zusammen.

Schlitz: Die Burgenstadt Schlitz ist 2014 einen Vertrag mit dem Tierheim der Kreisstadt Lauterbach eingegangen. Hier ist ebenfalls eine Erhöhung geplant.

schwalmtal: Schwalmtal hat seit diesem Jahr ebenfalls einen Fundtiervertrag mit dem Tierheim in Dangerous Wildungen abgeschlossen.

Ulrichstein: Seit 2008 hat Ulrichstein einen Vertrag mit dem Tierheim in Lauterbach. Eine Erhöhung der Pauschale sei dort ebenfalls in Planung.

Wartenberg: Auch Wartenberg hat seit 2008 einen Fundtiervertrag mit dem Tierheim in Lauterbach.

Anmerkung der Redaktion: Nicht alle Kommunen haben auf die Anfrage bezüglich ihres Fundtiervertrags geantwortet. Sollten im Nachgang noch Antworten eingehen, wird die Übersicht aktualisiert.

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